In diesem Ratgeber erklären wir, wie SEO-Preise zustande kommen, welche Modelle es gibt und woran Sie ein seriöses Angebot erkennen.
Wovon die Kosten abhängen
SEO ist keine fertige Ware, sondern Arbeitszeit. Der Preis hängt deshalb davon ab, wie viel Arbeit nötig ist, um Ihr Ziel zu erreichen. Vier Faktoren bestimmen das am stärksten:
- 1Wettbewerb: Ein Zahnarzt in Potsdam konkurriert mit Dutzenden Praxen, ein Spezialbetrieb für Reetdächer mit wenigen. Je umkämpfter die Suchbegriffe, desto mehr Aufwand.
- 2Zustand der Website: Eine technisch saubere Seite mit guter Struktur braucht weniger Vorarbeit als eine alte Seite mit Ladeproblemen und doppelten Inhalten.
- 3Reichweite: Wer nur in Potsdam und Umgebung gefunden werden will, braucht weniger als ein Unternehmen, das deutschlandweit verkauft.
- 4Inhalte: Neue Leistungsseiten und Ratgeber kosten Zeit. Wenn Sie selbst Inhalte liefern, sinkt der Aufwand.
Die üblichen Preismodelle
Stundensatz
Sie bezahlen die tatsächlich geleistete Zeit. Üblich sind 80 bis 150 Euro pro Stunde, spezialisierte Berater liegen auch darüber. Das Modell eignet sich für einzelne Aufgaben wie eine technische Prüfung oder Beratung.
Monatliche Pauschale
Die häufigste Form. Sie vereinbaren ein festes Budget pro Monat, dafür arbeitet die Agentur kontinuierlich an Technik, Inhalten, Unternehmensprofil und Erwähnungen. Als grobe Orientierung aus unserer Erfahrung:
| Ausgangslage | typische monatliche Spanne |
|---|---|
| Lokaler Betrieb, ein Standort, wenig Wettbewerb | 300 bis 700 € |
| Lokaler Betrieb, umkämpfte Branche (z. B. Praxen, Kanzleien) | 700 bis 1.500 € |
| Mehrere Standorte oder regionale Reichweite | 1.000 bis 2.500 € |
| Überregional oder Online-Shop | ab 2.000 € |
Diese Werte sind Erfahrungswerte, keine festen Marktpreise. Einzelne Angebote können darüber oder darunter liegen.
Projektpreis
Für klar abgegrenzte Aufgaben gibt es Festpreise, zum Beispiel für eine SEO-Analyse, die Optimierung einer bestehenden Website oder die SEO-Begleitung eines Relaunchs. Je nach Umfang liegen solche Projekte meist im Bereich von einigen hundert bis einigen tausend Euro.
Erfolgsbasiert
Manche Anbieter rechnen nach Rankings ab, etwa pro Suchbegriff auf Seite eins. Das klingt fair, hat aber einen Haken: Es lohnt sich für den Anbieter vor allem bei Suchbegriffen, die leicht zu erreichen sind und selten gesucht werden. Ob daraus Kunden werden, steht auf einem anderen Blatt. Wir raten zur Vorsicht.
Was in einer laufenden SEO-Betreuung enthalten sein sollte
Ein seriöses Angebot beschreibt, was im Monat konkret passiert. Typische Bestandteile sind:
- technische Überwachung und Behebung von Fehlern
- Pflege des Google Unternehmensprofils (Beiträge, Fotos, Antworten auf Bewertungen)
- neue oder überarbeitete Inhalte, etwa eine Leistungsseite oder ein Ratgeber pro Monat
- Aufbau von Erwähnungen und Verlinkungen aus der Region
- ein verständlicher Monatsbericht mit Rankings, Anrufen und Anfragen
Fehlt eine solche Beschreibung, fragen Sie nach. „Laufende Optimierung“ allein ist keine Leistungsbeschreibung.
Warnsignale bei SEO-Angeboten
- Garantierter Platz 1: Niemand außer Google kontrolliert die Rankings. Garantien beziehen sich oft auf Begriffe, die niemand sucht.
- Sehr niedrige Pauschalen: Für 99 Euro im Monat ist kaum mehr als ein automatischer Bericht möglich.
- Hunderte Backlinks in kurzer Zeit: Gekaufte Linkpakete können Ihrer Website schaden.
- Lange Mindestlaufzeiten ohne Leistungsbeschreibung: Zwölf Monate Bindung sind nur dann fair, wenn klar ist, was in dieser Zeit passiert.
- Keine Zugänge für Sie: Sie sollten jederzeit Einblick in Google Search Console, Analytics und Ihr Unternehmensprofil haben.
Lohnt sich SEO für kleine Unternehmen?
Meistens ja, wenn Ihre Kunden bei Google nach Ihrer Leistung suchen. Eine einfache Rechnung hilft: Was ist ein Neukunde für Sie wert? Ein Elektriker mit einem durchschnittlichen Auftragswert von 800 Euro braucht nur wenige zusätzliche Aufträge im Monat, damit sich eine Betreuung von 500 Euro rechnet. Anders als bei Anzeigen bleibt die Sichtbarkeit zudem erhalten, wenn Sie die Investition später reduzieren.
Wichtig ist der Zeithorizont. SEO braucht in der Regel drei bis sechs Monate, bis sich spürbare Ergebnisse zeigen. Wer sofort Anfragen braucht, kombiniert SEO am besten für eine Übergangszeit mit Google Ads. Mehr dazu in SEO oder Google Ads: Was lohnt sich für lokale Unternehmen?.
Kann ich SEO selbst machen?
Teilweise. Das Google Unternehmensprofil pflegen, um Bewertungen bitten, regelmäßig Fotos und Beiträge veröffentlichen: Das können Sie gut selbst übernehmen. Wie das geht, beschreiben wir im Ratgeber Local SEO in Potsdam. Technische Optimierung, Seitenstruktur und die Auswertung von Daten erfordern dagegen Erfahrung und Werkzeuge, die sich für ein einzelnes Unternehmen selten lohnen.
